Test: K&F Concept CM-500 Aufsteck Mikrofon für DSLR, DSLM und Camcorder

Erstmal zur Bezeichnung. Das Mikrofon trägt den Aufdurck CM-500, wird in der Beschreibung aber als SGC-698 klassifiziert. Somit scheint die aktuelle Produktbeschreibung fehlerhaft zu sein. Schaut man sich das SGC-698 von Takstar aber einmal an, liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei dem CM-500 von K&F Concept um eine abgewandelte Version davon handelt. Sie ähnlich sich optisch jedenfalls, schaut man sich die Maße, Spezifikationen und beispielsweise das Batteriefach an. Das scheint bei Herstellern aus China auch durchaus Gang und Gebe zu sein.

Hier aber sicherheitshalber mal die Spezifikationen aus der beiliegenden Anleitung:
Typ: Elektretmikrofon
Nierenform, 50 Hz – 16 kHz Frequenzbereich
Empfindlichketsboost: +10 dB ± 2 dB
Empfindlichkeit: -37 dB ± 3 dB (0 dB = 1 V/Pa bei 1 kHz)
Äquivalenter Schallpegel: 24 dB A
SPL: 130 dB (THD ≤ 1.5% bei 1 kHz)
Ausgangswiderstand: 200 Ω ± 30% (bei 1 kHz)
Kanäle: Mono
Betriebsspannung: CR 2032 Knopfzelle
Energieverbrauch: ≤ 4 mA (Lebensdauer bis zu 50-60 Stunden)
Das Produkt entspricht der EU EMV Richtlinie 2004/108/EC und FCC Part 15

Der erste Eindruck, den das KM-500 hinterlässt, ist ausgesprochen gut. Der obere Teil des Mikrofons ist aus Aluminum gefertigt, die untere „Box“ und die Blitzschuhhalterung wiederum aber aus einfachem Kunststoff. Die Mikrofonhalterung scheint auch ein wenig gedämpft zu sein, was verhindern sollte, dass man Tastendrücke an der Kamera in der Aufnahme als Geräusch wahrnehmen kann. Auf der Unterseite befindet sich ein 3/8″ Gewinde, mit dem man das Mikrofon auch auf einem Mikrofonstativ oder einer Tonangel verwenden kann. Hier ist es etwas schade, dass das Gewinde aus Kunststoff besteht. Das Mikrofon ist aber ohnehin eher auf die Verwendung auf der Kamera konzipiert, von daher ist das nicht so wichtig.

Im Lieferumfang ist neben dem Mikrofon noch ein Daten- und Anleitungsblatt (in Englisch, Chinesisch), eine CR 2032 Batterie und ein Schaumstoff Windschutz. Durch die Schaumstoff-Einlage der Verpackung lässt sich diese hervorragend zum Verstauen des Mikrofons nutzen.

Der beiliegende Windschutz aus Schaumstoff kann dabei helfen, ungewünschte Geräusche bei den Aufnahmen zu reduzieren. Ein Vorteil, den das Mikrofon gegenüber dem integrierten Mikrofon einer DSLR hat.

Die Tonqualität ist eine Sache für sich. Man muss sagen, dass die Aufnahmen des Mikrofons ein erkennbares Rauschen beinhalten, was aber tatsächlich zu einem großen Teil auch dem niedrigen Eingangspegel der Kamera geschuldet ist. Selbst teurere und wirklich teure Mikrofone sind davon nicht verschont. Abhilfe schafft da nur ein externer Recorder.

Und aus nächster Nähe muss ich sagen, dass mir in der Rohfassung der Ton des internen Mikrofons meiner Canon EOS 600D eher gefallen hat, als das CM-500. Das soll nicht heißen, dass dieses schlecht sei. Es kann aber auf die kurze Distanz seine Stärken nicht ausspielen.

Denn wo das Mikrofon wirklich glänzen kann ist beim Einsatz im Außenbereich und mittlerer Entfernung. Während das integrierte Mikrofon meiner Kamera Umgebungsgeräusche (wie Verkehrslärm) und aufgenommene Stimme wild vermengt, kann man mit dem CM-500 durch seine starke Richtwirkung die aufgenommene Stimme wesentlich besser von der Umgebung unterscheiden.

An Einstellungsmöglichkeiten gibt es nur An / 0 dB und einen Boost +10 dB zur Verwendung aus größerer Entfernung. Ein Low-Cut Filter ist nicht integriert. Andere Mikrofone bieten da gegebenenfalls mehr. Mit den Kamerainternen Einstellungsmöglichkeiten und nachträglicher Optimierung im Schnitt kommt man aber in jedem Fall auf akzeptable Ergebnisse. Betrieben wird das Mikrofon mit einer CR 2023 (im Lieferumfang enthalten), welche für 60 Stunden Betriebszeit reichen soll.

Der perfekte Klang für meine Zwecke?
Auch wenn ich an dieser Stelle keine umfassende Kaufberatung liefern kann, möchte ich ein bisschen auf ein paar Grundsätze eingehen, die es beim Kauf eines Mikrofons für Videozwecke zu beachten gilt und auch ein paar Alternativen aufzeigen. Generell gilt aber: Guter Ton ist teuer.

In den meisten Fällen, vor allem wenn man einzelne Personen in einem lauten Umfeld filmen möchte, ist eher die Verwendung eines Ansteck-Mikrofons – sogenannten Lavalier Mikrofonen – ratsam. Durch die geringeren Abstand zur Tonquelle, die man aufnehmen möchte, kommt man mit einer geringeren Verstärkung aus. Aufnahmen sind also alleine durch die geringere Distanz wesentlich rauschärmer und Hintergrundgeräusche leiser als die aufzunehmende Person. Darüber hinaus bleibt auch der Ton stets auf einem gleichen Level, sollte sich die Person einmal bewegen. Ein preiswerter Einstieg wäre hier das Rode smartLav+ Lavalier-Mikrofon für Smartphone/Tablet für rund 60€, mit dem man sein Smartphone als Recorder verwenden kann. Der Ton lässt sich nachträglich dann mit dem Video (anhand der Spitzen sogar recht simpel) synchronisieren.

Persönlich verwende ich den Zoom H6 Field Recorder, um wirklich hochqualitative Ton-Aufnahmen beim Filmen mit der DSLR erreichen zu können. Dieser liegt preislich mit rund 400€ aber in einer komplett anderen Liga und muss je nach Anwendung auch noch um weitere Mikrofone und Zubehör ergänzt werden.

Shotgun Mikrofone wie das CM-500 oder auch die beliebten Modelle von Røde (VidMic GO – rund 60€, Video Mic Pro – rund 100€) bieten noch einen vergleichsweise günstigen Einstieg bei einem recht flexiblen Anwendungsbereich (breites Feld, das aufgenommen werden kann). Aber wie bereits erwähnt, sind die alle sehr rausch-anfällig, was auf zunehmender Distanz auch schlimmer wird. Sie sind preiswerte Einsteigermodelle – mehr nicht. Bei den Rode Mikrofonen ist der Audio-Qualität geringfügig besser und man bekommt hochwertigeres Zubehör an die Hand – meiner Meinung nach rechtfertigt das den hohen Aufpreis aber nicht, was das CM-500 meiner Meinung nach zu einem sehr attraktiven Einsteigermodell macht. Wer wirklich hochwertige Aufnahmen erzielen möchte, muss ohnehin weit mehr als das ausgeben und wird auch nicht mit einem „Video Mic“ zufrieden sein.

Fazit: Das CM-500 ist ein günstiges Einsteigermodell und kann den aufgenommen Ton etwas verbessern. Man sollte nur mit den richtigen Erwartungen an die Sache gehen und die richtigen Einstellungen wählen. Bei einer DSLR ist der Gewinn gegenüber zum internen Mikrofon in einem ruhigen Gebäude eher gering, für Aufnahmen im Freien / lauterer Umgebung aber umso größer! Bei Camcordern könnte es einen noch größeren Zugewinn geben. Mit rund 30€ wahrscheinlich der günstigste und effektivste Methode zu besseren Aufnahmen.

Hinweis: Ich habe das Produkt kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, was jedoch keinen Einfluss auf den Ausgang meiner Rezension hat. Ich hoffe ich konnte Ihnen bei der Kaufentscheidung weiterhelfen. Über Rückfragen oder Anmerkungen in den Kommentaren würde ich mich freuen!

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